ICF Core Competencies 2025
Internationale Standards für professionelles Coaching
Die ICF Core Competencies definieren nicht „Methoden", sondern die Qualität der Haltung, der Beziehungsgestaltung, der Kommunikation und der Umsetzungskompetenz – die Coaching wirksam macht, gerade wenn es komplex wird.
Was sind die ICF Core Competencies?
Die ICF (International Coaching Federation) ist der weltweit führende Coaching-Dachverband und definiert mit Ethikkodex, Coaching-Definition und Core Competencies internationale Standards für professionelles Coaching und Coaching-Zertifizierungen.
Die ICF Core Competencies (2025) sind ein international anerkannter Referenzrahmen dafür, wie professionelles Coaching gedacht und praktiziert wird. Sie definieren nicht „Methoden", sondern die Qualität der Haltung, der Beziehungsgestaltung, der Kommunikation und der Umsetzungskompetenz, die Coaching wirksam macht – gerade dann, wenn es komplex wird: in Organisationen, in Führungssituationen, in Teams und in Familienunternehmen.
Im Lehrgang „Vom Individuum zur Organisation" orientieren wir uns an diesem Kompetenzrahmen, weil er eine klare Sprache für Professionalität liefert und zugleich Raum lässt für unterschiedliche Schulen, Stile und Persönlichkeiten.
Für Psychotherapeut:innen ist das besonders anschlussfähig: Wir bauen auf Ihrer psychotherapeutischen Expertise auf und erweitern sie systematisch um jene Kompetenzen, die im Coaching- und Organisationskontext entscheidend sind – inklusive Rollenklarheit, Kontraktarbeit, Prozesssteuerung, Transfer und professioneller Selbstreflexion.
Coaching auf professionellem Niveau: ethisch sauber, beziehungsstark, kommunikativ präzise und konsequent auf Entwicklung und Umsetzung ausgerichtet.
- Ethisch fundierte Praxis
- Tragfähige Arbeitsbeziehung
- Wirksame Kommunikation
- Kontinuierliches Lernen & Supervision
- Reflexion der eigenen Wirkung
- Wohlbefinden als professionelle Ressource
ICF Core Competencies 2025 – Die vier Domänen
Acht Kernkompetenzen, gegliedert in vier Domänen – von der ethischen Grundlage bis zur konkreten Umsetzungsbegleitung.
Konsequentes Arbeiten innerhalb klarer ethischer Leitplanken: transparent, integer und verantwortungsvoll. Dazu gehören Vertraulichkeit, Rollenklarheit (Coaching vs. Therapie/Beratung), das Einhalten von Vereinbarungen sowie der respektvolle Umgang mit Identität, Kontext, Werten und Grenzen aller Beteiligten.
Coaching als lernende Profession verstehen: fachliche und persönliche Weiterentwicklung, Nutzung von Supervision bzw. Mentor-Coaching, Reflexion eigener Muster und Bias sowie Stabilität und Selbstregulation – um im Prozess präsent, offen, neugierig und klientenzentriert zu bleiben.
Sicherstellen, dass Zweck, Rollen, Rahmen, Verantwortung und Erwartungen eindeutig sind – sowohl für das gesamte Coaching als auch für jede einzelne Sitzung. Coachingziele, Vorgehen, Erfolgskriterien und „Woran merken wir Fortschritt?" werden gemeinsam präzisiert und bei Bedarf nachjustiert.
Gestaltung einer Arbeitsbeziehung, in der sich Klient:innen sicher fühlen, ehrlich zu sprechen, zu experimentieren und auch Ambivalenzen zu zeigen. Respekt, Wertschätzung, kulturelle Sensibilität und ein nicht-wertendes Klima – inklusive bewusster Arbeit mit Macht- und Rollenfragen.
Mental und emotional im Coaching anwesend sein: aufmerksam, flexibel und im Kontakt. Tempo, Tiefe und Vorgehen situativ anpassen, ohne den Fokus zu verlieren – und auch dann handlungsfähig bleiben, wenn es komplex, emotional oder widersprüchlich wird.
Nicht nur auf Inhalte hören, sondern auch auf Muster, Emotionen, Energie, Körpersprache und das, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Verstehen durch Spiegeln und Zusammenfassen überprüfen und den Kontext des Klienten-Systems (Umfeld, Rollen, Kultur, Beziehungen) aktiv einbeziehen.
Klient:innen dabei unterstützen, neue Perspektiven, Einsichten und Lernmomente zu gewinnen – z. B. durch kraftvolle Fragen, Stille, Metaphern, Hypothesen oder gezielte Irritation. Dabei geht es um das Erkennen von Denk- und Handlungsmustern, inneren Antreibern, Werten, Bedürfnissen und Entscheidungsspielräumen.
Die Übersetzung von Erkenntnis in konkrete Schritte begleiten: Ziele, Handlungen, Experimente, Ressourcen, Hindernisse und Formen von Verbindlichkeit werden gemeinsam gestaltet. Fortschritte werden sichtbar gemacht, Lernen integriert, Autonomie gestärkt – bis hin zu einem sauberen Abschluss.
Was ist neu im 2025er Update?
Das 2025er Update schärft insbesondere Sprache und Praxisnähe – mit vier zentralen Schwerpunkten.
Kontinuierliche Weiterentwicklung
Stärkere Betonung von lebenslangem Lernen als professioneller Verpflichtung für Coaches.
Supervision & Mentor-Coaching
Explizite Verankerung von Supervision und Mentor-Coaching als Teil professioneller Praxis.
Reflexion der eigenen Wirkung
Bewusstere Auseinandersetzung mit der Wirkung des Coachs im Prozess – Bias, Muster, Rolle.
Wohlbefinden als Ressource
Wohlbefinden und Selbstfürsorge des Coachs als professionelle Voraussetzung für gute Arbeit.
Warum die ICF-Kompetenzen für Psychotherapeut:innen besonders anschlussfähig sind
Psychotherapeut:innen bringen bereits eine fundierte Ausbildung in Beziehungsgestaltung, Kommunikation und Selbstreflexion mit. Die ICF-Kompetenzen bauen darauf auf – und erweitern diese Expertise gezielt um den Coaching- und Organisationskontext.
- Klare Rollenabgrenzung zwischen Coaching und Therapie
- Kontraktarbeit und Auftragsklärung in Organisationskontexten
- Prozesssteuerung in Führungs- und Teamsettings
- Transfer von therapeutischer Kompetenz in Coaching-Professionalität
- Professionelle Selbstreflexion und Supervision als Qualitätssicherung
Professionelles Coaching auf ICF-Niveau erlernen
Im Lehrgang „Vom Individuum zur Organisation" erwerben Sie die Kompetenzen, die für eine internationale ICF-Zertifizierung erforderlich sind – aufgebaut auf Ihrer psychotherapeutischen Expertise.
